Historie

Historie

   

Die Vereinsgeschichte

Auszüge aus "100 Jahre TV Hardheim 1895-1995" -
Festschrift des TV Hardheim zum 100-jährigen Jubiläum 1995
sowie weitere Ergänzungen, freigegeben vom Vorstand des TV Hardheim.

Geschichte des Turnvereins

Der Rückblick auf die Geschichte des Turnvereins bestätigt, wie sein Schicksal mit der geschichtlichen Entwicklung und mit dem Zeitgeist eng verknüpft ist und wie Erfolge und Misserfolge vor allem davon abhängen, in welchem Maß sich überzeugende Persönlichkeiten und idealistische Bestrebungen zu verantwortungsbewusstem Planen und Handeln verbinden. Die Chronik des Turnvereins läßt erkennen, daß der sportliche Geist der Gründungszeit von Generation zu Generation weitergetragen wurde und stets ein fester Stamm sportbegeisterter Männer und Jugendlicher das sportliche Leben erhalten und entscheidend gefördert haben. Damit wird diese Vereinsgeschichte auch als Familiengeschichte aufschlussreich, denn schon die Frühgeschichte des Turnvereins präsentiert vielfach Namen, die auch in den heutigen Erfolgsberichten des Vereins wiederkehren.

Gesellschaftliche Bedeutung des Turnvereins

Der Turnverein Hardheim hat nicht nur die wichtigsten Aufgaben des Volkssports und der allgemeinen Körperertüchtigung in den verschiedenen sportlichen Disziplinen in den über 100 vergangenen Jahren mit großem Idealismus erfüllt, sondern gleichzeitig auch im gesellschaftlichen Bereich beachtliche Bedeutung gewonnen. In vielen gesellschaftlichen Veranstaltungen hat er eigene Ideen entwickelt und kulturelle Beiträge in anerkennenswerter Weise geleistet. Mit Theateraufführungen kam der Turnverein Hardheim der komödiantischen Spielfreude in der Bevölkerung entgegen, wobei sich der Verein nicht nur an die üblichen Vorlagen des Vereinstheaters hielt, sondern den Mut hatte, sich z.B. an die Aufführung des "Freischütz" zu wagen. Bei diesen Veranstaltungen sind viele Lehrer aus Regisseure aufgetreten, während viele einheimische Sportler ihrem Theaterblut freien Lauf ließen. Solche Unterhaltungsvorstellungen waren stets ein wichtiger Werbefaktor. Interessant ist zu verfolgen, dass in Hardheim auch der jüdische Bevölkerungsteil aktiv am sportlichen Leben teilnahm. In der jüngsten Geschichte Hardheims hat der Turnverein seine Offenheit abermals unter Beweis gestellt, als es darum ging, Aus- und Übersiedler, die in Hardheim eine neue Heimat fanden, in das Vereinsleben zu integrieren.

Die Entwicklung des Turnvereins

Bedingt durch die geschichtlichen Zäsuren sind beim Turnverein Hardheim mehrere Entwicklungsphasen festzustellen. So haben wir die Gründungszeit von 1895 und die Entwicklung des Vereins bei zum 1. Weltkrieg, den Wiederaufbau des Vereins von 1919 - 1933, die Zeit von 1933 bis zum 2. Weltkrieg, den sportlichen breitgefächerten, sehr erfolgreichen Neuaufbau des sportlichen Lebens nach dem zweiten Weltkrieg und schließlich die Phase, in der der Turnverein Hardheim seinen Stellenwert in der heutigen Gesellschaft im sportlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Leben gesichert hat.
Der Vergleich zwischen der Vergangenheit und er Gegenwart innerhalb der Geschichte des Vereins und der Art seiner Selbstdarstellung macht mancherlei Wandlungen offenbar, bestätigt aber stets die Grundidee des Turnvater Jahns, des den inneren Bezug zwischen körperlicher Gesundhaltung und charakterlicher und geistiger Disziplin allen bewusst gemacht hat. Die Entwicklung des Sports und der Leibesübungen hat zur Verbesserung der Gesundheitsverhältinisse, vor allem nach den unheilvollen gesundheitsschädigenden Auswirkung der Kriege, einen hervorragenden Beitrag geleistet.

In der heutigen Gesellschaft, in der wir einen hohen Lebensstandard erreicht haben, in einer Zeit, in der die Mediziner aller Welt die Gesundheitgefährdung des Menschen durch moderne Umwelt und Technik wie ein Menetekel beschwören, ist diese allgemeine Leistung des Sports im Dienste der Gesundheit des Menschen erst recht zur Zukunftsaufgabe für alle Verantwortlichen geworden.

100 Jahre Turnverein Hardheim

In großen Buchstaben steht, wie es in alten Chroniken und in Geschäftsbüchern der Kaufleute einst üblich war, auch auf der ersten Seite des Protokollbuchs des Turnvereins Hardheim aus dem Jahre 1897 das Losungswort
"Mit Gott", um zu bekunden, dass in allen Belangen auch Gott mitwirkt und dass Gott und die Welt als Einheit begriffen werden sollen.
In schönen und mit Feder geschriebenen Buchstaben, mit schwungvollen Initialen, beginnt der Gründungsbericht in einer Niederschrift.
"Nachdem auf vorhergegangene Anregung der Turnvereine Wertheim, Walldürn und Tauberbischofsheim, insbesondere des verehrten Gauschriftwartes Reallehrer Feuerstein in Wertheim, am 29. Juni 1895 der Verein mit 22 aktiven und 20 passiven Mitgliedern, laut dem bei den Akten befindlichen Verzeichniss mit Namensunterschrift gegründet, wurde am 6. Juli d. J. die erste Wahl zum Turnrat vorgenommen. [...]"
Aus diesen Eintragungen geht hervor, dass vor 1870 ein Turnverein in Hardheim vorhanden war. Zwischenzeitlich wissen wir mit Sicherheit, dass in den Jahren 1860 bis 1870 ein Turnverein bestanden hat. Kassenbücher und verschiedene Abrechnungsunterlagen aus den Jahren 1861-1865, die sich in unserem Besitz befinden, sind hierfür Beweis.
In der Gründungsversammlung im Jahre 1895 konnte noch kein Mitglied für das Amt des 1. und 2. Vorsitzenden gewonnen werden. In einer zweiten Hauptversammlung mußte diese Wahl nachgeholt werden. [...]
In dieser zweiten Hauptversammlung wurde auch die Vereinssatzung vorgelegt, die am 14. August 1895 vom Großherzoglichen Bezirksamt unbeanstandet genehmigt wurde. Der Monatsbeitrag betrug damals 15 Pfennige für aktive Turner, 10 Pfennige für Zöglinge (Schüler) und für passive Mitglieder 50 Pfennige je Quartal. Ebenso wurde die Anlage eines neuen Protokollbuches beschlossen, da das alte Buch nicht mehr auffindbar war. Ferner wurde die Einteilung des Turnunterrichts vorgenommen, wozu der Turnverein Walldürn zunächst mit Turngeräten aushalf. Die Kooperation zwischen Hardheim und Walldürn hat damals, wenn auch nur auf sportlichem Gebiet, schon begonnen. Auch zu jener Zeit bedeutete das Einrücken von Rekruten für das Vereinsleben schwere Einbußen, was auf einer Notiz zur zweiten Hauptversammlung hervorgeht. Durch diese Rekrutierung verlor der Turnverein 1895 acht seiner eifrigsten und besten Turner für einige Zeit, was sich besonders für den Aufbau des Vereins nachteilig bemerkbar machte.

Erster Turnerball

Zum ersten Mal wurde im Jahre 1864 der "Turnerball", der bis heute beliebteste Ball in Hardheim, abgehalten. Es war selbstverständlich, dass der Verein neben den sportlichen Veranstaltungen auch an nationalen Feiern teilnahm und dabei auch die obligatorische Festrede fällig war. Die Mitglieder machten sich Gedanken, ob sie in Turnkleidung oder in gemischten Kostümen an solchen Gedenktagen teilnehmen sollten. Der jeweilige Anlass bestimmte die Kleidung.
Im Jahre 1897 wird von einem erfolgreichen Schauturnen berichtet, bei dem Liedervorträge der Stadtkapelle Walldürn zum Programm gehörten. Die Veranstaltung fand im "Löfflerischen Garten" statt. [...]
 
Die erste Vereinsfahne

Große Ereignisse waren die Beschaffung der ersten Fahne des Vereins und die Fahnenweihe im Jahre 1905. Durch Sammlung waren 284 Mark eingegangen, die für den Kauf der Fahne verwendet wurden. Die Frau des Vorstandes Breunig bestickte die Fahne unentgeltlich. Bei der Enthüllung des Kriegerdenkmals im Juli 1905 wurde vor Beginn des Festzuges durch Zeugwart Ignaz Leiblein den Turnern die neue Fahne überreicht.
Finanzielle, materielle und handwerkliche Hilfe für die Fahnenbeschaffung und Zubehör hatten der Vorstand Breunig, Fräulein Gärtner vom Deutschen Hof, der 2. Vorstand Orgelbauer Wilhelm Bader (Anfertigung der Fahnenstange), Schriftwart Blechnermeister Rudolf Böhrer (Anfertigung der Fahnenhülse) geleistet. Der Entwurf der Fahne stammte von August Holzmann. Kneipwart und Ratschreiber Redel hatte die Geldsammlung durchgeführt.
Vor der Fahnenweihe legte der erste Vorstand Breunig sein Amt nieder und übergab die Geschäftsführung vorläufig an seinen Stellvertreter Wilhelm Bader. Die Fahnenweihe wurde schließlich vom 26. bis 29. Mai 1906 gefeiert. Damit verbunden war ein Preisturnen der Vereine. Das Fest wurde mit einem Fackelzug und Kleiner Kneipe eröffnet. Der eigentliche Teil der Fahnenweihe wurde mit der "Tagesreveille" und mit Böllerschüssen eingeleitet. Ein weiterer Höhepunkt war der Festgottesdienst. [...]
 
Der erste Weltkrieg

In der Generalversammlung des Jahres 1914 wurde die alte Vorstandschaft wiedergewählt. Es konnte nochmals eine Altersriege gegründet werden, die aus 15 Mann bestand. Man trainierte einmal wöchentlich.
Als letzte Eintragung im Protokollbuch vor Ausbruch des 1. Weltkrieges war die Turnratsitzung vom 14. April 1914 zu verzeichnen, aus der hervorging, dass man Veranstaltungen des Gaues besuchen wollte und die Durchführung des Waldfestes im Juni des Jahres, verbunden mit einem Preisturnen, plante.
In den folgenden Jahren schwieg der Chronist.

Nichts ist verzeichnet von den schweren Schicksalen, von denen auch die Familien vieler Turner betroffen waren.
[...]
Am Ende des Krieges formierte sich rasch wieder die stolze Garde der Turner Hardheims. Eine neue Vorstandschaft belebte wieder den Idealismus und die Begeisterung der Gründerjahre zum Turnsport. Das Leben ging weiter und auch das gesellige Leben forderte wieder seine Rechte.
[...]
Mit großer Begeisterung ging man an den Wiederaufbau des Vereins und bemühte sich, eine aktive, kameradschaftlich fundierte Gemeinschaft zu schaffen.
Das sportliche Leben im Turnverein Hardheim nahm nach dem 1. Weltkrieg einen starken Aufschwung. Eine große Breitenarbeit setzte ein. Neue sportliche Disziplinen kamen hinzu. Auch im gesellschaftlichen Bereich wurden neue Ideen entwickelt. Teilweise wurde der Turnverein Schrittmacher bei vielen Veranstaltungsformen für die Zukunft. Eine eigene Musikkapelle entstand, später sogar eine Jazzband. Eine Gesangsriege wurde ins Leben gerufen.
Bei Theateraufführungen wagten sich die Turner selbst an kleine Operetten und Opernquerschnitte. Auch für die Einführung von Maskenbällen mit originellen Einfällen machte sich der Turnverein einen Namen. Die Turner verstanden es, Feste zu gestalten, wobei sich die besten Kräfte einsetzten, um die Veranstaltung zum Erfolg zu führen. So wurde bereits im Jahre 1920 wieder ein Vereinsball und ein Gartenfest im "Löfflerischen Garten" abgehalten.
Beliebt wurden die Abendunterhaltungen mit der Hardheimer Musikkapelle, mit humoristischen Darbietungen und Theateraufführungen.
Im sportlichen Bereich war die Hardheimer Mannschaft in den ersten beiden Nachkriegsjahren so gut durchtrainiert, dass die Teilnehmer an den Veranstaltungen fast immer als Sieger nach Hause kamen.
 
Das 25jährige Jubiläum

Das 25jährige Jubiläum wurde auf dem Werkplatz der Fa. Holzmann in einem festlichen Rahmen begangen, verbunden mit einem Wett- und Schauturnen und einem großen Festzug mit vielen auswärtigen Vereinsvertretern.
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Die Inflationszeit machte dem Turnverein schwer zu schaffen, weshalb der Verein durch die wachsende Teuerung in eine schwierige Situation kam. Man mußte auf verschiedene Festveranstaltungen verzichten. 1923 hatte die 1921 begonnene Inflation Ihren Höhepunkt erreicht. Ein US-Dollar hatte am Ende einen Wert von 4 Billionen Mark. Durch diese Inflation hatte der Turnverein sein ganzes Barvermögen verloren. Sportlich jedoch ließen sich die Turner nicht unterkriegen. Die Erfolge waren nicht aufzuhalten.
[...]
 
Gründung der Handballabteilung

Im Jahre 1927 fanden sich Mitglieder zusammen, um das Sportprogramm des Turnvereins zu erweitern. Man spielte Handball und gründete eine neue Abteilung, die in den nächsten Jahren eine führende Rolle innerhalb des Vereins einnahm.
 
Wandern ins Jahresprogramm aufgenommen

Die positive Entwicklung des Vereins geht weiter. 1929 wurden Wanderungen in das ständige Jahresprogramm des TV aufgenommen. Der Wandergedanke wurde von den Mitgliedern und ihren Angehörigen begeistert aufgenommen. Im Frühjahr 1930 wanderten bereits 100 Turner und Turnfreunde nach Steinfurt. Auf dem Schmalberg wurde ein Werbehandballspiel unter großem Andrang der Bevölkerung ausgetragen. Die Schülerriege zeigte unter großem Beifall ebenfalls ihr Können.
Bei einem Ausflug nach Buchen nahmen wiederum über 100 Personen teil, ein Zeichen dafür, wie sehr die Wanderslust in den Turnern steckt.
[...]

Götzwanderung

In der Chronik erscheint erstmals im Jahre 1904 der Name "Götzwanderung". 1931 wurde sie wieder durchgeführt, nach dem sie durch die Kriegswirren ausgefallen ist. Sie führte abermals über 100 Wanderer nach Miltenberg, wo man sich mit dem Turnverein Wertheim, Buchen und Walldürn traf.
Die Jazzkapelle, die sich den Namen "Erftalperle" gegeben hatte, wurde sehr positiv aufgenommen.
 
1933 bis zum zweiten Weltkrieg

Ab 1933 ändern sich im DT teilweise die Zielsetzungen und Grundprinzipien der alten Turnerschaft. Mehr und mehr wurde der Zwang und die anfangs kaum spürbare Entfremdung von den ursprünglichen Zielen der Deutschen Turnerschaft und ihrem freiheitlichen Leben sichtbar.
In Hardheim wurde der freiheitliche Geist der alten Turnerschaft immer hochgehalten, ebenso der Sinn für Tradition und Verpflichtung gegenüber der Vergangenheit und den Männern, die den Verein zu seinen Erfolgen und seinem großen öffentlichen Ansehen emporgeführt hatten.
Die alte Garde der Turner hielt den Turnsport und die alten Traditionen des Vereins noch einige Jahre in Ehren. In die Feste drangen die neuen Zielsetzungen ein. Mit dem sportlichen Leben verbanden sich politische Aufgaben und Verpflichtungen, wie sie sich aus der gelenkten Stärkung des nationalen Bewusstseins im Volk ergaben.
In der sportlichen Schulung ging vielerorts die geistige Erziehung im Sinne des NS-Denkens einher. So wurden die neuen Ideen und Zielsetzungen als Allgemeingut angesehen. Man ließ sich von Massendemonstrationen begeistern. Der TV Hardheim blieb jedoch weitgehend seiner Tradition treu. So wurde die Götzwanderung stets mit einem Kirchgang verbunden.
Was schon lange gewünscht worden war, wurde im Jahre 1934 vollzogen. Es erfolgte der Zusammenschluss des TV mit der DJK.
[...]
Aus dem Turnverein Hardheim wurde die Turngemeinde Hardheim. [...]
In der Generalversammlung 1937 wird auf Wunsch der obersten Sportstellen die allgemeine Verjüngung in der Führung des Vereins vollzogen. Der bisherige Vorsitzende Otto Bermayer wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt.[...]
 
Die große Zeit des Turnsports geht zu Ende

Nach dieser Generalversammlung schlief der Turnsport fast ein. Um so eifriger wurde das Handballspiel und die Leichtathletik unter Josef Bermayer betrieben. Die Erfolge in diesen Sportarten waren beachtenswert.
Für die Jahre 1939 bis 1942 fehlen alle Eintragungen im Protokollbuch. Im Jahre 1959 wurden sie anhand von Einzelunterlagen, Zeitungsberichten und aus dem Gedächtnis von Heinz Bernhard nachträglich niedergeschrieben, von Josef Bermayer und Erich Leiblein bestätigt und so dem Protokollbuch beigeheftet.
Die Unterhaltungsveranstaltungen, die über Jahrzehnte das Leben innerhalb des Verein prägten, konnten nicht mehr abgehalten werden. Lediglich die Maskenbälle konnten sich halten, wobei sich die Jazzkapelle "Erftalperle" durchsetzte.
 
Der zweite Weltkrieg

Durch die laufenden Einberufungen zur Wehrmacht wurde die Leistungsfähigkeit aller Sportvereine geschwächt. Man konnte kaum noch einen geordneten Spielbetrieb durchführen. [...]
Wie aus dem Protokollbuch zu entnehmen ist, wurde das Jahr 1941 als erfolgreichstes Kriegsjahr bezeichnet. Trotz weiterer Einberufungen stieg die Zahl der Aktiven Sportler immer mehr, so dass man die Zahl der Mannschaften aufstocken konnte. Die Leistungen, die erzielt wurden, zeugen von einer guten Breitenarbeit.

Das Spiel ist aus
1942 kam die sportliche Tätigkeit des TV infolge weiterer Einberufungen fast ganz zum Erliegen. [...]
 
nach 1945
 
An der Jahreswende 1945/1946 ist die Mehrzahl der Vereinsmitglieder des TV vom Krieg bzw. aus der Gefangenschaft zurückgekehrt. Viele von ihnen hielten es für Ihre Pflicht, die Tradition des Turnvereins fortzusetzen und den Verein im Interesse der Jugend wieder ins Leben zu rufen.
Die treibenden Kräfte in dieser Zeit [...] waren es, die mit der US-Militärregierung Kontakt aufnahmen und erste Gespräche führten.
Am 23. März 1946 fand die erste Versammlung in der Brauerei Löffler statt, zu der 50 begeistere Turner und Turnfreunde erschienen. Zuerst mußte der bekannte politische Fragebogen von den künftigen Verantwortlichen des Vereins ausgefüllt werden. Außerdem mußten zwei Bürger gestellt werden, die ebenfalls durchleuchtet wurden. Die Unterlagen wurden dem damaligen Leiter des Sportbundes [...] vorgelegt. Eine Sammlung für die Zulassungsgebühr (10 Reichsmark) ergab den erfreulichen Betrag von 121 Reichsmark.
[...]
Mit der Zulassungsgenehmigung der US-Militärregierung konnte am 28. März 1946 die erste Generalversammlung nach dem zweiten Weltkrieg abgehalten werden. Die Leitung hatte Willi Beger. Anwesend waren 70 Mitglieder.[...]
Alle anwesenden Mitglieder wurden aufgefordert, vor allem an der Verbesserung des Sportplatzes mitzuarbeiten.[...]
 
Die Abteilung Fußball wurde gegründet

Im Juni 1946 wurde die Gründung einer Fußballabteilung genehmigt.
Als Abteilungsleiter wurde Josef Fischer gewählt.
Die ersten Aktivitäten wurden angeregt und die ersten Erfolge konnten erzielt werden. In dieser Zeit wurde die Schaffung eines Umkleideraumes auf der Pfarrwiese erreicht. Der katholische Stiftungsrat genehmigte die Überlassung des Geländes mit vierteljährlicher Kündigungsfrist und einer jährlichen Überlassungsgebühr von 2 Mark.
[...]
 
Sportplatzbau

Die Sportplatzfrage, die schon vor dem Krieg energisch aufgegriffen wurde, drängte immer mehr zu einer Lösung, zumal durch die geplante Erweiterung des Friedhofs der Sportplatz in unmittelbare Nähe rücken würde, was aus Pietätsgründen nicht vertretbar wäre. Dies war der Grund für die Vorstandschaft, Überlegungen anzustellen, welche Lösungen in Frage kommen würden.
Am 11. Mai 1948 fasste die Vorstandschaft den Beschluss, den Sportplatz auf dem alten Gelände zu vergrößern und herzurichten. Trotz der Währungsreform wurde am 28. Juni 1948 der Beschluss gefasst, an dem Vorhaben festzuhalten und das Projekt zur Durchführung zu bringen.
Die Finanzierung mußte sichergestellt werden, weshalb man einen Sportplatzfonds gründete, in den alle übrigen Gelder einfließen sollten.
So wurde beschlossen, dass 10 % der Einnahmen aus sportlichen Veranstaltungen dem Hauptverein zufließen sollten. Der Reinerlös aus Unterhaltungsveranstaltungen und Feiern wird ganz dem Fond für den Sportplatzbau zugeführt.
Ein dreitägiges Winzerfest war die größte Veranstaltung auf diesem Sektor, was einen Reingewinn von nahezu 2000 DM erbrachte. Ein Blitzturnier, vortrefflich organisiert von Heinz Bernhard, erbrachte einen Reinerlös von 1000 DM. Auch die neue Theatergruppe wurde aktiv mit einem dramatischen Spiel "Wenn die Heimat ruft". [...] Der Erfolg der Aufführung war so groß, dass sie sieben Mal aufgeführt werden mußte. Der Reinerlös dieser Veranstaltung betrug 3000 DM. Diese Einnahmen bildeten die Grundlage für eine gesicherte Finanzierung.
Der Bauauschuss unter der Leitung von Josef Grieninger mit Max Eckert, Heinz Bernhard, Alfred Leiblein, August Hollerbach und Otto Knittel sorgte für Material und Arbeitsgeräte. Der Aufruf zur freiwilligen Arbeitsleistung an alle Mitglieder fand ein großes Echo. 12 000 freiwillige Arbeitsstunden wurden von den Mitgliedern geleistet. Ende 1948 konnte der provisorisch fertiggestellte Sportplatz wieder bespielt werden, der 1949 vorläufig fertiggestellt werden konnte. Außer einer Tribüne und Bänken für 300 Zuschauer wurde das Sportplatzhaus im Rohbau fertiggestellt. Die aufgewendeten Beträge, die Materialspenden der Hardheimer Firmen sowie der Grundstückskauf beliefen sich auf 8700 DM, wovon 1879 DM als Schuld aufgenommen werden mußten. Unter großen Schwierigkeiten und großen Opfern wurde somit in der Zeit vom 11.5.1948 bis 31.8.1949 ein Werk geschaffen, das einzigartig in der Geschichte war und auf welches die Mitglieder stolz sein durften.
Das sportliche Leben entwickelte sich wieder im Allgemeinen sehr positiv. Handball und Fußball absolvierten ein umfangreiches Sportprogramm. Der Turnbetrieb konnte nach der Instandsetzung des Schloßspeichers wieder aufgenommen werden. Die Leichtathleten konnten auf Kreisebene wieder Erfolge erzielen. Die Tischtennisabteilung wurde gegründet und konnte mit ihren gerade 16 Aktiven von 10 Spielen die Hälfte gewinnen. In den Jahren 1947/48 wurde im TV Hardheim sogar geboxt.
[...]
 
60 Jahre Turnverein Hardheim

Im Jahre 1955 feierte der Turnverein Hardheim sein 60jähriges Jubiläum. Leider konnte dieses Fest nicht in der geplanten Weise durchgeführt werden, da die Turnhallenerweiterung noch nicht vollendet war. Aus diesem Grund konnte nur ein Turnabend durchgeführt werden, bei dem die turnerischen Darbietungen den Höhepunkt darstellten. die Gründungsmitglieder Josef Eirich und Adolf Gärtner wurden mit der Verbandsehrennadel ausgezeichnet.
 
Eine komplette Sportanlage entsteht im Gewann Heuäcker
In der Vorstandsitzung am 4. September 1956 berichtete der 1. Vorsitzende Albert Katzenmeier erstmalig vom der Notwendigkeit eines Sportplatzbaues.
Von Seiten der Gemeinde Hardheim, aber auch der örtlichen Pfarrgemeinde, wurde der dringende Wunsch geäußert, den in unmittelbarer Nähe des Friedhofs gelegenen Sportplatz zu verlegen. Bei Beerdigungen, die oftmals an Sonntagen stattfanden, erfuhren die Betroffenen durch den Spielbetrieb empfindliche Störungen.
Der unterhalb des Friedhofs gelegene Sportplatz wurde im Jahre 1930 von der Familie Wiederroth gepachtet und 1948 zum Kaufpreis von 2400 DM vom Turnverein erworben. Der Platz hatte dem TV im Ausbau bisher nahezu 15000 DM gekostet.
Eine Besprechung aufgrund des Sportplatzbaues wurde auf den 7. September 1956 mit der Gemeinde angesetzt.
In der Generalversammlung am 29. Dezember 1956 hatte die Mitgliederversammlung einstimmig beschlossen, den alten Sportplatz zu verkaufen und einen neuen Sportplatz zu bauen.
Man erwarb Gelände im Gewann Heuäcker. Unmittelbar danach hatte man eine Planung erstellt und konnte bereits im Mai 1957 mit den Bauarbeiten beginnen. Trotz der großen baulichen Schwierigkeiten ging der Bau gut voran. Eine im Mai 1958 durchgeführte Spendenaktion zugunsten des Sportplatzbaues erbrachte ein beachtliches Ergebnis von 7000 DM, welches die Grundlage für eine gesicherte Finanzierung darstellte.
Fast gleichzeitig beschloss die Gemeinde einen Turnhallenneubau zu erstellen. Der Bau sollte im Anschluss an die Schule erstellt werden. In diesem Zusammenhang sollte auch ein Lehrschwimmbecken entstehen.
Mit dem Hallenneubau und mit dem Bau des Lehrschwimmbeckens hätte die Gemeinde und damit auch der TV eine verbildliche Anlage, die über den Sportkreis hinaus einmalig wäre.
Das Jahr 1960 war dann eines der bedeutungsvollsten Jahre in der Geschichte des TV Hardheim. Mit der Fertigstellung des Sportplatzes mit Aschenbahn, der Turnhalle mit Gymnastikraum und Lehrschwimmbecken verfügt der Turnverein Hardheim über Sportstätten, wie sie damals im Landkreis und darüber hinaus einzigartig waren. Im Rahmen eines Sportfestes am 2. und 3. Juli 1960 wurden diese Anlagen der Bestimmung übergeben.
 
Schwimmabteilung wurde gegründet

Das in der Turnhalle geschaffene kleine Schwimmbad veranlasste den Turnverein Hardheim, in der Turnratssitzung am 7. November 1960 eine Schwimmabteilung zu gründen. In der darauffolgenden Gründungsversammlung am 14. November 1960 waren 46 Mitglieder anwesend, wovon 13 Mitglieder als neue Mitglieder dem Turnverein beitraten. Die Schwimmabteilung stand unter der Führung von Abteilungsleiter Heinz Wolff.
[...]
Durch den Neubau der Turnhalle nahmen sowohl das Turnen als auch das Handballspiel einen erneuten Aufschwung. Angespornt durch diese Angebote, führten TV-Mitglieder das "Faustballspiel" ein.
 
Ein Trainingsplatz wird gebaut
(heutiger Kunstrasenplatz)


Die Forderung nach idealen Traininigsbedingungen war der Grund, weshalb Mitglieder des Turnvereins im Jahre 1963 bei der Gemeinde den Antrag stellten, einen Trainingsplatz zu bauen. Der Antrag kam deshalb zustande, da durch die starke Beanspruchung der TV-Sportanlage bereits nach wenigen Jahren enorme Schäden zu verzeichnen waren.
In langwierigen Verhandlungen mit der Gemeinde wurde 1963 durch den Gemeinderat entschieden, einen Trainingsplatz zu bauen. Die Bauzeit für diesen Trainingsplatz belief sich auf insgesamt 5 Jahre, weshalb man von Seiten des Turnvereins öfters bei der Gemeinde nachfragte, bis wann mit der Fertigstellung zu rechnen sei.
1966 war der Ausweichplatz größtenteils fertiggestellt. Alle hofften auf baldige Aufnahme des Spielbetriebs, aber vielerlei Arbeiten verzögerten den weiteren Ausbau. Zum anderen kam ein früher Wintereinbruch hinzu, der den gesamten Ausbau für mehrere Monate lahm legte. 1968 war es endlich soweit. Der Trainingsplatz war fertiggestellt und der Trainingsbetrieb konnte aufgenommen werden. Um die Trainingsmöglichkeiten noch zu verbessern, baute der Turnverein in Eigenregie eine Flutlichtanlage.
 
Kleinspielfeld

Um die Sportanlagen zu komplettieren, wurde im Jahre 1968 nach intensiven Beratungen und anschließender Besichtigung von Kleinspielfeldern vom Gemeinderat der Beschluss gefasst, zu den bestehenden Sportanlagen ein Kleinspielfeld als Hartplatz mit Kundstoffbelag zu erstellen. In nur einjähriger Bauzeit wurde zwischen der TV-Sportanlage und dem Trainingsplatz der Gemeinde ein Kleinspielfeld erstellt, das vor allem dem Kleinfeldhandballspiel und dem Faustballspiel dienen sollte. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde wurde anläßlich des Wendelinusmarktes im Jahre 1970 der neue Hartplatz im Sportzentrum Hardheim seiner Bestimmung übergeben. Bürgermeister Schmider unterstrich in seiner Ansprach die Wichtigkeit des Sportes. Es betonte, dass der Sport eine wesentliche Rolle in unserer Gesellschaft spiele.
 
Planung und Bau des Clubheims

Bereits im Jahre 1965 reifte der Gedanke, dass zu einer schönen und funktionstüchtigen Sportanlage auch entsprechende sanitäre Einrichtungen und Umkleideräume benötigt werden. Vorsitzender Albert Katzenmaier stellte nach langen und intensiven Gesprächen mit der Gemeinde eine vorläufige Finanzierungsmöglichkeit. Man richtete ein Baukonto ein und ging an die Planungen, die von Architekt Hans Glaser übernommen wurden.
Während der ganzen Bauzeit übernahm er die Bauleitung, und danach erklärte er sich bereit, als Sachvermögensverwalter zu arbeiten. Große Schwierigkeiten bereitete wieder einmal die Finanzierung, da die erwarteten Geldmittel des Regierungspräsidiums und der Gemeinde nicht wie gewünscht genehmigt wurden. Es galt die Bausumme von 168000 DM zu finanzieren.
Durch enorme Eigenleistungen aus allen Abteilungen und durch Materialspenden und Spenden aus der Bevölkerung konnte die Dahrlehnsaufnahme auf 28000 DM reduziert werden. Zum anderen wurden Abstriche in verschiedenen Bereichen in Kauf genommen. Zusätzlich zu den Umkleide- und Sanitärräumen richtete man einen Bewirtungsraum ein, der allen Sportlern die Möglichkeit geben sollte, sich in gemütlicher Atmosphäre zu treffen.
Im Jahre 1967 konnte mit dem Rohbau begonnen werden. Dies war Grundlage für einen reibungslosen Ablauf, so dass mann nach nur zweijähriger Bauzeit das Clubheim im Jahre 1970 seiner Bestimmung übergeben konnte.
 
75jähriges Bestehen

Der Turnverein Hardheim feierte vom 6. bis 8. Juli 1970 sein 75jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass sollte ein Fest abgehalten werden. Man kam überein, kein Festzelt aufzustellen, sondern die Veranstaltung in der Erftalhalle abzuhalten, während die sportlichen Veranstaltungen sich auf dem Sportgelände abspielen sollten. Es wurde ein Festausschuss ins Leben gerufen, dessen Leitung Hermann Düll übernahm. In vielen Gesprächen und Verhandlungen wurde dem Turnrat vorgeschlagen, eine Festschrift herauszubringen und gleichzeitig ein neues Wappen vorzustellen.
Das Jubiläum begann mit einem Festbankett in der Erftalhalle, an dem Vertreter des Sportbundes, der Politik und Personen des öffentlichen Lebens teilnahmen. Die musikalische Umrahmung gestaltete die Musikkapelle Königheim und die Sänger des Gesangvereins Liederkranz. Das übrige Festprogramm wurde von allen Abteilungen des Turnvereins mitgestaltet, so dass man im Nachhinein feststellen konnte, dass es eine gelungene Veranstaltung war.
 
Weitere Baumaßnahmen

Nach Fertigstellung des Clubheims wartete ein neues Problem auf seine Inangriffnahme. Nach 10jähriger Benutzung der leichtathletischen Anlagen war es höchste Zeit, die Herrichtung der Aschenbahn vorzunehmen, um größere Schäden vom Verein abzuwenden. Da die finanziellen Mittel auf dem Nullpunkt waren, versuchte man Wege zu gehen, die nicht üblich sind. In Zusammenarbeit mit der Bundeswehr konnte die Anlage mit verhältnismäßig geringen finanziellen Mitteln wieder so hergerichtet werden, dass wieder problemlos Sport getrieben werden konnte. Zusätzlich kam man nach Besichtigung der gesamten Anlage überein, dass auch der Rasenplatz renoviert werden müsste. Dies war eine Entscheidung, die den Verein finanziell an die Grenzen seiner Möglichkeiten brachte. Das Projekt wurde durchgezogen und nach einjähriger Liegezeit wurde der Platz wieder für den Spielbetrieb freigegeben.
Der geplante Anbau am Clubheim mit Keller, Geräteraum, Tribüne und Berieselungsanlage musste um ein Jahr verschoben werden, so dass man schließlich im Jahre 1974 dieses Vorhaben nach Aufnahme eines Darlehns in Höhe von 30000 DM realisieren konnte. Um die Schuldenlast abtragen zu können, entschloss man sich, mit Werbepartnern Verträge abzuschließen und hierfür angemessene Beträge zu erhalten.
 
Förderverein Große Sporthalle

Am 24. Mai 1977 wurde in der Erftalhalle der Förderverein "Große Sporthalle" gegründet, der das Ziel hatte, den Bau einer Sporthalle zu unterstützen.
Erster Vorsitzender des Vereins wurde Bürgermeister Hornberger, während Rudi Merz zum Geschäftsführer gewählt wurde.
Unter neuer Führung begann 1980 eine große Mitgliederwerbung, bei der über 500 Mitglieder gewonnen werden konnten.
Zahlreiche Maßnahmen und vielfältige Aktivitäten sowie eine große Spendenaktion ermöglichten eine Zusage gegenüber der Gemeinde in Höhe von 300.000,-- DM.
 
Die sozialen Aufgaben des Vereins

Der Turnverein Hardheim hat sich in den Jahren seines Bestehens immer wieder mit Problemen der Jugend befasst. Er äußerte sich auch zum Thema "Sport mit arbeitslosen Jugendlichen". Hierbei stellte sich seit Jahren im organisierten Sport die Aufgabe, die spezifischen Wirkungsmöglichkeiten des Sports auch für sozial benachteiligte Gruppen und Personen zur Geltung zu bringen und einen Beitrag zur Bewältigung der psychischen und sozialen Fragen von Jugendarbeitslosigkeit zu leisten. Der Turnverein musste sich in der gesellschaftlichen Funktion des Sports Problemen der Jugendarbeitslosigkeit stellen. Dass sich der Turnverein dieser Aufgaben bewusst ist, beweist, dass innerhalb des Vereins keine Unterschiede über die Herkunft gemacht werden. Jugendliche, die im Turnverein ihren Sport betreiben wollen, sollen sich wohl fühlen.
Nach der Öffnung der Mauer zur ehemaligen DDR, wurden in Hardheim sehr viele Aus- und Übersiedler untergebracht. Der Turnverein Hardheim war sich seiner Pflicht als sporttreibender Verein bewusst und vollzog einen Akt der Nächstenliebe. Die Vorstandschaft des TV Hardheim besuchte zusammen mit Vertretern der Bundeswehr Kinder aus Familien von Aus- und Übersiedlern. Es wurde eine Weihnachtsfeier gestaltet und Geschenke überreicht. Alle Neubürger, die sich unserem Verein angeschlossen hatten, hatten ein beitragsfreies Jahr im Turnverein Hardheim.
 
90jähriges Jubiläum

Das 90jährige Jubiläum des Turnvereins Hardheim wurde vom 28. Juni - 1.Juli 1985 im Rahmen eines Festes gefeiert. Aus Anlass dieses Jubiläums wurde vom Turnverein eine Vereinsfahne angeschafft, die im Rahmen des Festgottesdienstes geweiht wurde.
Das Jubiläum begann mit einem Festbankett, bei dem der ehemalige Vorsitzende Felix Hippler zum Ehrenmitglied ernannt wurde. [...]
Innerhalb des Rahmenprogrammes stellte sich der Turnverein Hardheim mit seinen Abteilungen vor, wobei man einen Einblick in die Breitenarbeit bekam. Ein weiterer Höhepunkt dieses Jubiläums war das Gaukindertreffen des Sportkreises Buchen, bei dem über 500 Kinder teilnahmen.
 
Walter Hohmann Sporthalle

Im Jahre 1984 wurde für die Aktiven des Turnvereins ein Traum war. Die Gemeinde hatte die Sporthalle nach 2jähriger Bauzeit der Bestimmung übergeben. Damit waren die Voraussetzungen geschaffen worden, um die bisher durchgeführte Breitenarbeit noch zu intensivieren. Des Weiteren hatten wir nun die Möglichkeit, im Leistungssport nach höheren Zielen zu greifen. Mit dem Bau der Sporthalle waren allerdings nicht alle Probleme beseitigt. Alle sportteibenden Vereine der Gemeinde drängten hinein, und jeder wollte die idealen Trainingszeiten. Nach anfänglichen Unstimmigkeiten spiele sich auch dieser Punkt ein, weshalb zwischenzeitlich in der Sporthalle ein geregelter Sportbetrieb durchgeführt werden kann.
 
Gründung einer Radsportabteilung

"Zweiradkünstler bekommen eine neue Heimat", dies waren die einleitenden Worte des Vorsitzenden Walter Beger bei der Gründungsversammlung der Radsportabteilung. Der Turnrat hatte in seiner Sitzung im Februar 1986 entschieden, eine Radsportabteilung innerhalb des Turnvereins neu aufzunehmen.
In der Gründungsversammlung am 2. April 1986, zu der 15 Radsportfreunde anwesend waren, kam zum Ausdruck, welche Bedeutung man im TV der Gründung einer Radsportgruppe beimaß und wie man nachdrücklich darum bemüht war, Radsportfreunden verschiedenen Alters und vielseitigen Interessen entgegenzukommen und ihre sportlichen Aktivitäten in einer Abteilung im TV zu ermöglichen.
Radfahren im Verein wollten viele, doch zur Übernahme von Verantwortung allerdings zeigten sich nur wenige bereit. Das war auch mit ein Grund, weshalb nur eine kommissarische Abteilungsleitung mit Karl Bauer an der Spitze gewählt werden konnte. Mit der Gründung dieser Abteilung und der Schaffung einer BMX-Gruppe wollte man sich Impule und Anregungen von den Fachverbänden einholen. Der Bau eines Übungsgeländes wurde in Erwägung gezogen. Man baute innerhalb des TV-Sportgeländes eine Rampe, um sich dem Freestyle-Fahren zu widmen. Die jungen Fahrer konnten bei den Badischen und Deutschen Meisterschaften sowie bei den Weltmeisterschaften im Jahre 1988 hervorragende Erfolge erzielen.
So belegten die BMX-Fahrer Andreas Olbrich, Achim Bauer, Götz Nissel und Manfred Dörr bei ihren zahlreichen Starts hervorragende Plätze. Beim internationalen Freestyle-Wettkampf in Hemsbach belegte Achim Bauer den 1.Platz und Götz Nissel den 3. Platz. Bei den Weltmeisterschaften für Freestyle in Paris, an dem 150 Teilnehmer aus allen Ländern der Welt teilnahmen, belegte Götz Nissel den 8. Platz und Achim Bauer den 11. Platz. Bei vielen Werbeveranstaltungen und Festlichkeiten verschiedener Vereine in der näheren Umgebung zeigten die jungen Zweiradkünstler ihr ganzes Können.
Leider war es den Verantwortlichen nicht möglich, weiteren Nachwuchs zu finden, um die Grundlage für einen weiteren Fortbestand dieser Abteilung zu gewährleisten. Zum anderen wurden die Sicherheitsbestimmungen bei der erstellten Rampe derart hoch festgesetzt, dass man den Trainingsbetrieb aus Sicherheitsgründen einstellen musste. Die Einstellung dieses Trainingsbetriebs kam einer Auflösung der Abteilung gleich, weshalb man den Sportbetrieb zum 1. Januar 1993 einstellen musste.
 
Bau eines Geräteraumes

Der Verein wurde immer größer, die Abteilungen wurden aktiver und die Anzahl der benötigten Sportgeräte nahm zu. Die vorhandenen Räumlichkeiten reichten nicht mehr aus, um die gesamten Gerätschaften aufzubewahren. Deshalb hat der Turnrat 1985 einstimmig entschieden, im hinteren Bereich der Sportanlage einen Geräteraum zu erstellen.
Wie bei allen Bauvorhaben des Vereins, spielte auch hier der finanzielle Faktor die bedeutende Rolle. Die Vorstandschaft verhandelte mit dem Badischen Sportbund und mit der Gemeinde. Nachdem die Gemeinde ihre Zusage gegeben hatte und ein Drittel der Kosten übernahm, wurde als Gegenleistung von Seiten des TV den Schulen ein Teil des Geräteraumes überlassen. 1987 konnte mit dem Bau begonnen werden, der verhältnismäßig zügig über die Bühne ging. Mit der Erstellung von Fertiggaragen war ein großes Stück Arbeit getan. Zusätzlich musste ein Dach angebracht werden, um dem städtebaulichen Charakter zu entsprechen.
Im Jahre 1984 fasste die Handballabteilung den Beschluss, unterhalb der großen Sporthalle einen Geräteraum zu erstellen. Die Planungen wurden erstellt und die Kosten mit 20000 DM veranschlagt. Der Raum sollte vorwiegend in Eigenarbeit erstellt werden. Bald war der Rohbau erstellt, aber die Arbeiten gingen nicht mehr weiter. Der Turnverein übernahm dieses Projekt und ließ Franz Kropf eine Planung für einen Kraftraum erstellen. Der von ihm erstellte Kostenrahmen von 45000 DM konnte eingehalten werden. Mit der Fertigstellung dieses Raumes verfügt der Turnverein nun über einen modernen und funktionsfähigen Kraftraum.

Das Sportheim bekommt ein neues Outfit

Nach Abschluss aller Arbeiten galt für die Verantwortlichen die Devise, das Geschaffene zu erhalten und weiter auszubauen, um über Jahre hinaus für unsere Jugend im Turnverein optimale Voraussetzungen zur Ausübung ihres Sportes zu haben. Dies war Anlass für die Vorstandschaft im Jahre 1992 zum einen, Überlegungen anzustellen und die Sportanlage insgesamt zu renovieren und zum anderen, das Sportheim, in dem sich nicht übersehbare Schäden zeigten, grundlegende in Stand zu setzen.
Es wurde geplant und abgewogen, was machbar und vor allem finanzierbar wäre. Für die Außenanlage war vorgesehen, Teile der Anlage in Kunststoff zu bauen und den Rest so sicherzustellen, dass problemlos und gefahrlos Sport betrieben werden könnte. Die Kosten für dieses Vorhaben beliefen sich auf ca. 150000 DM.
Beim Sportheim sah die Sache etwas anders aus. Die Heizung war defekt, die Wasserversorgung gestört, das Stromnetz brach oftmals zusammen, der Sanitärbereich entsprach nicht mehr den Anforderungen und die gesamte Bausubstanz bedurfte einer genauen Untersuchung. Dies waren Faktoren, aufgrund derer der Turnrat nach ausgiebiger Beratung und Information den Beschluss fasste, das Sportheim zu renovieren. Immer wieder kam die Finanzierung auf den Tisch, denn die Kostenberechnung belief sich auf 250000 DM. Eine Summe die nicht finanzierbar schien.
Nach langen und ausgiebigen Gesprächen mit Bauunternehmer Herrn Arnold Hollerbach, hat der Turnrat einstimmig beschlossen, die Renovierung des Sportheims im Jahre 1994 durchzuführen. Nach einer Bauzeit von vier Monaten konnte das Sportheim seiner Bestimmung übergeben werden.
Bei Bau der Sportanlage galt es, die Vorstellungen umzusetzen. Die Verantwortlichen verhandelten mit Bürgermeister Hornberger, um nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Beide Seiten hatten das Ziel vor Augen, eine Sportanlage zu bauen, die nicht nur gegenwärtig, sondern auch zukünftig Ansprüchen entsprechen sollte.[...]

 „Der TV  Hardheim ist auch nach 100 Jahren noch kein Auslaufmodell"

Er hat die Weichen für die Zukunft konsequent gestellt / Großes Festbankett zum Jubiläum

Welchen hohen Stellenwert in sportlicher, gesellschaftlicher und gemeinschaftsprägender Hinsicht der Turnverein als der größte und einer der ältesten und traditionsreichsten Vereine Hardheims einnimmt, wurde beim Festbankett am Freitagabend in der feierlich geschmück­ten Erftalhalle deutlich. Es war eine schöne, rundum gelungene Feier, dem An­lass würdig. Viele Besucher hatten sich ein­gefunden, Repräsentanten des Sports und der Sportverbände, der politischen Ge­meinde, von Gewerbe, Industrie, den Ver­einen und natürlich TV-Mitglieder in gro­ßer Zahl. Wohltuend kurz gehalten waren der historische Rückblick durch Vorsit­zenden Klaus Rubel und die Festansprache von Bürgermeister Ernst Hornberger.

Demonstration für den Sport

Die Ehrung besonders verdienter Mitglieder stand im Mittelpunkt des Geschehens. Schließlich haben sie durch ihren Einsatz und die Treue zum Verein mit dazu beigetragen, dass der TV Hardheim dieses Jubiläum begehen konnte. Nach dem dreistündigen offiziellen Teil saß die große Sportlerfamilie noch lange in harmonischer Runde beisammen. Alles in allem war der Festabend zum Auftakt der Jubiläumsveranstaltungen eine Demonstration für den Sport und dafür, dass Sport im Verein am schönsten ist.

Einen würdigen Rahmen gab das Bläserquartett des Musikvereins Schweinberg der festlichen Veranstaltung. Die Jazztanzgruppe und die Kinderturngruppe lockerten das Programm mit ihren Darbietungen auf. „In Hardheim bilden Gemeinde und TV eine Einheit. Sie gehören zusammen und arbeiten engsten zusammen", bilanzierte der 2. Vorsitzende Hermann Wawatschek in seiner Begrüßungsansprache. Die Entwicklung des TVH von 1895 bis heute ließ Vorsitzender Klaus Rubel Revue passieren (die FN berichteten).

Mehrere Entwicklungsphasen

Der sportliche Geist der Gründerzeit ist von Generation zu Generation weitergetragen worden und damit wird die Vereinsgeschichte auch als Familiengeschichte aufschlussreich, wie Rubel deutlich machte. Bedingt durch die geschichtlichen Zäsuren sind beim Turnverein mehrere Entwicklungsphasen festzustellen, auf die der Redner jeweils einging: Die Gründerzeit und die Entwicklung bis zum 1. Weltkrieg, der Wiederaufbau 1918-1933, die Zeit bis zum 2. Weltkrieg, den sportlich, ehe über die Vereinsarbeit im Allgemeinen und die Stellung der Vereine in der heutigen Zeit zu räsonieren: breitgefächerten, sehr erfolgreichen Neu­aufbau des sportlichen Lebens nach dem 2. Weltkrieg und schließlich die Phase, in der der Turnverein seinen Stellenwert in der heutigen Gesellschaft festigte. „Möge die Chronik", die auch in Form eines Festbu­ches veröffentlicht ist, „unseren Nach­kommen den Idealismus, wie ihn die Väter vorgelebt haben, etwas näherbringen, um den Verein nach deren Grundsätzen wei­terführen zu können", schloss Rubel.

Gesellschaft ist. . .

Bürgermeister Ernst Hornberger nahm die Gelegenheit zum Anlass, in der Festanspra­che über die Vereinsarbeit im Allgemeinen und die Stellung der Vereine in der heutigen Zeit zu räsonieren: „Ich bin der tiefen Überzeugung, dass ohne dieses segensrei­che Wirken unserer Vereine die positive Gestaltung des Gesellschaftslebens nicht möglich wäre. Unsere Gesellschaft war und ist zu allen Zeiten auf die freiwillige und ehrenamtliche Arbeit ihrer Mitbürger angewiesen und dies geschieht in ganz her­vorragender Weise mit und über die gemeinschaftsbildenden und gemeinschaftsstärkenden Vereins.     
Der TV würdigte Hornberger "zugleich als „wirksames Aushängeschild für Hardheim". Und besonders freute es ihn, dass dieser nicht nur gefordert hat, wie dies heute vielfach üblich ist, sondern immer selbst mit Hand angelegt hat. „Glücklich schätzen können sich Vereine, die Sponsoren haben", griff der Bürgermeister ein wichtiges Thema auf. Ohne deren Unterstützung wäre der Aufstieg wie jetzt in die Fußballverbandsliga nicht möglich. Solche Erfolge brächten eine Begeisterung mit sich, die den Verein am Leben erhalte und es möglich mache, der Jugend Perspektiven aufzeigen. „Deshalb ist der TV Hardheim auch nach 100 Jahren noch kein Auslaufmodell". Er habe die Weichen für die Zukunft konsequent gestellt.

... auf Vereine angewiesen

Hornberger kam dann auf die 68er Studentenrevolution und die negativen Auswirkungen der proklamierten Selbstverwirklichung zu sprechen, welche nachhaltig das Gemeinschaftsdenken beeinträchtigen. Er bedauerte, dass es heute weitaus mehr Kritiker als Mitarbeiter gebe und gerade im Sport, aber auch in anderen Gruppen, eine Kommerzialisierung eingetreten sei, um mit dem Wandel der Zeit mithalten und den daraus resultierenden Geldbedarf decken zu können.

MdB Siegfried Hornung griff dieses Thema auf: „Der Staat soll seine Finger vom Sport lassen. Der Staat darf diesen Bereich, der so vorzüglich funktioniert, nur begleiten". Sport sei das beste Beispiel gelebter Demokratie. Die finanziellen Grundlagen müssten auch in Zukunft gegeben sein, sprach Hornung den Sportlern aus dem Herzen. „Alle guten Tugenden finden sich hier: Treue, Leistungsbereitschaft

Auch Rudi Arnold, Präsidiumsmitglied des Badischen Sportbundes und Mitglied des Landessportverbandes Baden-Würt­temberg war der Meinung, dass in Hard­heim mit seinem zweitgrößten Sportverein des Sportkreises Buchen „die Förderung des Sportes und des Ehrenamtes beispielhaft praktiziert wird". Von moderner Vereinsarbeit war die Rede, bemerkenswerten Initiativen beim Sportstättenbau, hervor ragenden sportlichen Erfolgen. Hardheim sei Handball- und Fußballhochburg des Kreises, zeige großartige Aktivitäten in den übrigen Abteilungen, im Schulsport und bei der Sportabzeichenabnahme. Die Förderung durch Sponsoren runde dieses positive Bild ab, schloss Rudi Arnold, der dem TVH eine Ehrenurkunde des Badischen Sportbundes zur 100-Jahr-Feier überreichte.

100 Jahre Dienst am Turnen

Der Vizepräsident des Badischen Turnerbundes, Naumann, kam vor allem auf den Gesundheitssport zu sprechen. Er verglich den TV mit einem Baum, der sich - und zwar vorbildlich - in vielen Zweigen entwickelt habe. Auf vielfältige Weise laufen Angebote, die Beweglichkeit des Körpers zu erhalten. Als Erinnerung an den Tag gab es ein Fahnenband und eine Plakette „100 Jahre Dienst am Turnen". Außerdem überreichten die Redner Geldpräsente.

Turngauvorsitzender Rudi Knühl hob auf das hohe Leistungsniveau und die stete überregionale Repräsentanz des TV Hardheim ab. Der Vizepräsident des Badischen Handballverbandes, Peter Brunner, würdigte die im Laufe der Zeit bewiesene Flexibilität. „Früher war nichts besser", proklamierte er und mahnte, die Chancen zu begreifen, sich einzubringen, die Jugend einzubinden und Veränderungen anzustreben, um so als Verein überleben zu können.

Lebendige Gemeinschaft

Karl-Josef Schäfer als Vertreter des Badischen Fußballverbandes sprach die Geehrten als aktive Beweise lebendiger Gemeinschaftsarbeit an. Spiel, Spaß, Freude und Kameradschaft beim friedlichen Wettstreit stufte er als Werte sinnvoll gelebter Freizeit ein. Der Staat dürfe die ehrenamtliche Arbeit nicht behindern, appellierte auch er. „Ein Verein, der die Jugend gewinnt, gewinnt die Zukunft", schloss Hubert Schmidt als Vertreter des Badischen Leichtathletikverbandes den Reigen der Ansprachen.   Ingrid Eirich-Schaab
 
Weltrekord im Dauerhandballspiel

Ein Event ohne gleichen und eine Werbung für den Handballsport wurde im Jahre 2000 der Versuch 24 Stunden ununterbrochen Handball zu spielen. Bei einer wahren Volksfestatmosfähre wurden die 12 Aktiven auf der Welle des Erfolges zu ihrem Ziel getragen.
Die Leistung des Weltrekordes und der Eintrag in das Guiness-Buch der Rekorde sind in die Analen des Turnvereins eingegangen. Die Idee, etwas Außergewöhnliches zu machen, verbunden mit dem Ziel, Jugendliche den Handballsport wieder näher zu bringen und attraktiv zu machen, ist gelungen. Den Abschluss dieses Events bildete der Eintrag in das goldene Buch der Gemeinde. Dieter Huspenina hat sich im Rahmen dieser Veranstaltung große Verdienste für den Handballsport erworben.

Weitere Sportstätten

Fast fünf Jahre nach Planungsbeginn geht für die Volleyballer des TV Hardheim ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Die Beachvolleyballanlage, bestehend aus zwei Spielfeldern, die zwischen dem Kunstrasenplatz und den TV-Sportanlagen erstellt wurde, konnte im Jahre 2002 seiner Bestimmung übergeben werden. Nachdem man zwischen 1997 und 2000 Pläne entworfen und sich Gedanken über die Ausführung und Finanzierung des Projekts gemacht hatte, ging es am 10. November 2000 ans Eingemachte. Die Erdarbeiten begannen. Bis zur Fertigstellung der Anlage wurde das Gelände umzäunt und insgesamt 280 Tonnen Quarzsand auf die beiden Spielfelder verteilt.
Finanziert werden konnte die Anlage mit Zuschüssen durch den Bad. Sportbund, mit Unterstützung durch die Gemeinde, Sachspenden verschiedener Firmen und der finanziellen Unterstützung des Gesamtvereins. Die Aktiven dieser Abteilungen haben über 950 Stunden an Eigenleistungen erbracht.
Im Rahmen dieser Aktion konnte unterhalb des Kunstrasenplatzes ein Trainings- und Bolzplatz erstellt werden, der den Abteilungen zusätzliche Trainingsmöglichkeiten einräumt. Die Leichtathleten konnten oberhalb der Beachvolleyballanlage mit dem Bau einer neuen Wurfanlage für Diskus- und Hammerwurf beginnen, die kurz vor der Fertigstellung steht.
Mit dem Bau dieser Sportanlagen kommt der Turnverein Hardheim nach und nach seinem Ziel immer näher, allen Aktiven die erforderlichen Sportstätten für die Ausübung ihres Sports anbieten zu können.

Der letzte Turnerball

Nach dem der TV Hardheim den ersten Turnerball im Jahre 1864 abgehalten hatte, hat man im Jahre 2014 beschlossen diesen traditionellen Turnerball, der in den letzten Jahren als Dirndl- und Lederhosenball umbenannt wurde, nicht mehr abzuhalten. Die Gründe hierzu sind vielfältig. Zum einen trug auch die Umbenennung sicherlich dazu bei, dass die Resonanz nach gelassen hat. Die Identifizierung der Mitglieder ist mit der Umbenennung verloren gegangen. Ein weiterer Grund ist sicherlich, dass die Kosten für die Kapellen Dimensionen angenommen haben, dass diese Veranstaltung finanziell nicht gestemmt werden konnte. Ein bedauerlicher Zustand, der dazu geführt hat, dass diese Veranstaltung, die fast 150 Jahre zum jährlichen Fastnachtsprogramm der Gemeinde gehörte, aus dem Veranstaltungskalender verschwunden ist.

Struktur des Vereins

Der Turnverein Hardheim ist von der Struktur her gesehen ein Verein, der sich vorwiegend mit der Ausübung sportlicher Tätigkeiten befasst. Diese sportlichen Tätigkeiten werden in den Abteilungen Fußball, Handball, Leichtathletik, Tischtennis, Turnen und Volleyball betrieben, wobei ins besonders Wert auf Breitenarbeit gelegt, und in den Abteilungen Fußball und Handball auch Leistungssport betrieben wird.
Die Hauptvorstandschaft hat sich vorwiegend mit der Verwaltung des Vermögens, der Organisation, der Planung und Finanzierung aller Vorhaben des Turnvereins zu befassen. Wenn man die Zeitgeschichte vergleicht, kann man feststellen, dass sich die Aufgaben geändert haben.
Eines unserer Hauptprobleme in dieser schnelllebigen Zeit ist die Verwaltung der Finanzen. Was früher als selbstverständlich galt, wird heute durch Bürokratie erschwert. Kannte man früher das Finanzamt nur als Arbeitnehmer oder Arbeitgeber, so wird man heute als Verein wie selbige behandelt. Aus dem Verein früherer Jahre wurde ein Unternehmen, bei dem Steuern und Abgaben bezahlt werden müssen. Diese Mittel fehlen dann dem Verein zur Erfüllung seiner eigentlichen Aufgaben, weshalb gerade die Vereinsführung mit diesen Problemen zu kämpfen hat.
Die Vereinsführung der heutigen Zeit muss Vorstandschaft, Manager und Vermittler in einem sein. Sie hat die Aufgabe, junge Menschen an diese Arbeit heranzuführen, um sie für die ideale des Sports zu begeistern.
 
Schlussworte

In den Abteilungen wurde alles getan, um die Tradition des Vereins und seine Erfolge fortzusetzen und ein Leistungsbild zu bieten, wie es dem Ansehen des Vereins und der Gemeinde entspricht.

Der Turnverein Hardheim hat trotz der schweren Schicksalsschläge, die er während seines über 100jährigen Bestehens zu verkraften hatte, immer wieder turn- und sportbegeisterte Männer und Frauen gefunden, die sich in den Dienst des Sportes gestellt und den sportlichen Idealen mit Erfolg gedient haben.

Möge diese Chronik unseren Nachkommen den Idealismus, wie Ihn unsere Väter vorgelebt haben, etwas näher bringen, um den Verein nach deren Grundsätzen und Vorstellungen weiter führen zu können.

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